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Perspektiven
Gedanken
zur Zukunft der Rasse
Es
entzieht sich meiner Kenntnis, ob unter den Podenco Canario-Besitzern
außerhalb der Kanarischen Inseln vielleicht der eine oder andere schon
mit dem Gedanken gespielt hat, diese Rasse zu züchten. Für die meisten
Besitzer von Tierschutzhunden ist dies noch so gut wie ausgeschlossen,
denn meistens werden diese Tiere von den vermittelnden Organisationen fürsorglicherweise
kastriert...
Sollte
irgendwann jemand ernsthaft erwägen, eine Podenco Canario-Zucht
ausserhalb der Kanarischen Inseln aufzubauen,
so ist zu hoffen, dass er oder sie das gesamte Für und Wider dieses
Vorhabens vorab kritisch prüft:
Zunächst
einmal ist es in Anbetracht der großen Bestandszahlen in der
Ursprungsregion absolut nicht notwendig, den Podenco Canario durch züchterisches
Engagement ausserhalb seiner Heimat zu „erhalten“ oder zu
„retten“, wie dies manche Züchter sogenannter „seltener“ Rassen
gerne als Intention für ihr Tun angeben.
Des
weiteren müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass wir dem Podenco
Canario hierzulande seine eigentliche Verwendung nicht bieten können.
Zwar gibt es mit Rennen und Coursing Ersatzbeschäftigungen, die den
Hunden einen Heidenspass machen können. Als Kriterien für den Erhalt
seiner ursprünglichen jagdlichen Fähigkeiten sind sie jedoch nur
begrenzt tauglich: Auf der Rennbahn wird mit dem Merkmal
„Geschwindigkeit“ nur ein einziges Kriterium getestet, das aber bei
der Jagd im schwierigen Gelände der Kanarischen Inseln nur eine
untergeordnete Rolle spielt. Beim Coursing hingegen, welches ja ein
breiteres Spektrum jagdlicher Fähigkeiten testet, ist in der Praxis
leider die Tendenz unübersehbar, das vorausschauende und großräumige
Abdecken der Beute negativ zu bewerten, obwohl gerade dies bei den
mediterranen Rassen ein typisches Verhalten erfahrener Hunde ist. Folglich
werden junge, unerfahrene Hunde belohnt, während intelligente und lernfähige
Hunde bestraft werden – die eigentliche Absicht der Bewertung wird also
in ihr Gegenteil verkehrt!
Und
schlussendlich zeigt die Erfahrung bei vielen anderen Rassen, dass ein
Zuchtziel, das auf eine „Verbesserung“ des Podenco Canario im Hinblick
auf die Erfordernisse des Ausstellungsringes abzielt, letztlich nur zu einer
Veränderung im Erscheinungsbild der Rasse führen würde. Ich kann mir
aber nicht vorstellen, dass ein echter Liebhaber des Podenco Canario diese
wunderbare und den Bedingungen ihrer Ursprungsregion derart perfekt
angepasste Rasse wirklich um eines kurzfristigen Erfolges im
Ausstellungsring willen verändern möchte!
Es wäre
ohne Zweifel eine Bereicherung für die Windhundverbände (von denen die
Rasse in vielen Ländern Europas mangels separater Vereine für die mediterranen
Jagdhunde des Urtyps betreut wird), wenn wir auf unseren Veranstaltungen künftig
mehr Exemplare dieser Rasse mit ihrem liebenswerten Wesen und ihrem
attraktiven Erscheinungsbild erleben würden. Dennoch wünsche ich mir,
dass der Podenco Canario nur solche Liebhaber findet, die das Sinnvolle
und Mögliche realistisch abschätzen und die nicht aus reinem Selbstzweck
Entscheidungen treffen, die dem Wohl der Rasse in keiner Weise dienlich
sind.
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