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Häufig
wird der Podenco Canario als „seltene“ Rasse bezeichnet – diese
Charakterisierung kann jedoch nur dann gelten, wenn man dies auf die Häufigkeit
seines Erscheinens auf Ausstellungen und anderen hundesportlichen
Ereignissen außerhalb seines Herkunftsgebietes bezieht. Auf den
Kanarischen Inseln ist der Podenco Canario die bei weitem am häufigsten
anzutreffende Jagdhundrasse - im Jahr 2001 waren in der aus insgesamt
sieben Inseln bestehenden Autonomen Region der Kanarischen Inseln (eine
von insgesamt 17 spanischen Regionen, deren Status innerhalb des
Spanischen Staates in etwa demjenigen eines Bundeslandes in Deutschland
entspricht) ca. 33.000 Personen im Besitz einer
Jagdlizenz, davon alleine auf Teneriffa rund 12.500.
Die Zahl der Hunde pro Jäger ist recht hoch – im Durchschnitt dürften
die meisten Jäger in etwa fünf Hunde haben, viele von ihnen jedoch
deutlich mehr. Legt man diese Zahlen zugrunde, kommt man leicht auf einen Bestand von über 150.000
Hunden. Selbst wenn man Vertreter anderer Jagdhunderassen sowie
offensichtliche Mischlinge außer acht lässt, kann man immer noch davon
ausgehen, dass der Bestand der Rasse Podenco Canario deutlich über
100.000 liegt und damit die Bestandszahlen der meisten anderen Rassen
mediterranen Typs bei weitem übertrifft. Zwar ist der Podenco Canario im
Straßenbild der Kanarischen Inseln nur selten zu sehen, da er kaum als
Haushund gehalten wird – doch einen nachhaltigen Eindruck von der Zahl
der Hunde erhält man, wenn man an einem der Jagdtage frühmorgens die Südautobahn
auf Teneriffa benutzt – in jedem zweiten oder dritten Fahrzeug sieht man
dann Jäger, die mit einer Meute von Podencos in die Jagdgebiete im Süden
der Insel fahren. Das Wissen
um die große Zahl der Hunde auf den Kanaren sollte uns auch davor
bewahren, in den undifferenzierten Chor derjenigen einzustimmen, die
pauschal alle Jäger der Kanarischen Inseln (oder gleich ganz Spaniens)
als schlechte Tierhalter abstempeln. Ausgesetzte, misshandelte und
schlecht gehaltene Hunde sind eine traurige Tatsache, doch dies ist in
Relation zu setzen zur Zahl derjenigen Jäger, die ihre Hunde gewissenhaft
und artgerecht halten. Ein konsequentes Vorgehen des Kanarischen
Jagdverbandes gegen die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen ist
zweifellos überfällig, doch ist dieses Thema ebenso ungeeignet für
Pauschalurteile oder gar für das Pflegen von Vorurteilen!
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